Verirrt in der Traumwelt

Die Anderen


Plötzlich taucht aus dem Nebel einer der Anderen auf ...







Seltsame Wege

30. November 2014, PJ

Wer kennt sie nicht, diese seltsamen Wege, die wir oft einschlagen, abseits der vertrauten Pfade,dort,wo es für uns fremd ist. Stell dir vor, du fährst täglich mit der Bahn, U-Bahn oder Straßenbahn zu deinem Ziel. Aber die Strecke führt nicht direkt dorthin, sondern schmiegt sich in einem weiten Bögen um es herum. Drei Stationen kommen für dich in die Auswahl, aber eine davon, die mittlere, ist von deinem Ziel mit dem kürzesten Fußweg verbunden. Daher nimmst du Tag für Tag den selben Ausstieg, nimmst die selbe Strecke zu Fuß, den vertrauten Weg.

Doch dann gibt es diese seltenen Tage, wo du Menschen in der Bahn triffst. Einmal eine geliebte, geschätzte oder respektierte Person, mit der dich ein tiefes Gespräch verbindet, mit ihr verbringst du gerne noch eine Station mehr, die letzten Minuten des Gedankengangs auskostend. Wenn dann doch die Zeit des Aussteigens gekommen ist, findest du dich zwar nahe genug an deinem Betimmungsort, aber die Wege sind dir nicht vertraut, seltsam eben. An anderen Tagen teilst du die Fahrt mit unangenehmen Zeitgenossen, Menschen, die du nicht magst, die du vielleicht fürchtest oder die so viel sprechen, dass es für dich belastend und anstrengend ist. Es mag dir günstig erscheinen, vorzeitig den Zug zu verlassen, mit einem gemurmelten Wort der Erklärung, hier wäre nun deine Station, auf den Lippen. Hastig verlässt du die ungewünschte Gesellschaft einen Halt vor deinem gewohnten. Wieder musst du die seltsamen Wege beschreiten, vielleicht noch ein wenig verstört oder nur verwirrt.

30. November 2014, PJ