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Die wabernde Qualle aus den Tiefen meiner Traumwelt wurde hervorgezerrt und ans trockene, heiße Land gebracht. Dort zerfiel sie in viele weiße schuppige Fetzen, die unansehnlich zu schmutzigen Fasern zerfielen.
Als ich damals vor mehr als dreißig Jahren begann, die Traumwelt zu schreiben, wusste ich noch nicht, aus was sie eigentlich bestand. Die Schriften entstanden nicht aus logischer und methodischer Konstruktion, um eine Aussage oder einen gefassten Gedanken in wohlgeformte Worte zu kleiden, sie drangen aus einer Gegend, die dem klaren Betrachter unklar und unbekannt scheint. Das Schreiben der dunklen Worte ist wie das Gleiten auf einer ebenso dunklen Wolke der Traurigkeit, die aber auch gleichsam wohltuend schmeichelnd sich um den aufgeregten und unsicheren Geist schmiegt. Die sanfte Berührung der Melancholie ist wie eine reinigende Spülung und brachte diese Reime und Reimfetzen hervor. Das was sie aussagen, ist nicht von Interesse. Es ist ein Prozess des schreibenden Heilens und mit viel Glück, sehr viel Glück und eines Zusammentreffens unwahrscheinlicher Konstellationen kann es jemanden geben, der diese Worte ebenfalls durch Lesen heilend findet.
Die spaßorientierte Masse wird sich gelangweilt und vielleicht sogar angewidert abwenden.
Nein. Aber das Innere ist unendlich tief.
Das Mauerwerk war hoch, überall bröckelten Teile ab. Zahlreiche Türme ragten in das fahle Morgenlicht. Ab und zu konnte ich dort oben Arbeiter, die mit großer Mühe Ziegelsteine an die immer unvollendeten Gebäude anbrachten, sehen. Keiner von ihnen würdigte mich eines Blickes. Ich fragte mich, warum sie sich mit den einzelnen Steinen so sehr mühten.
Meine Augen auf die Turmspitzen gerichtet stolperte ich über eine Grundmauer, verlassen. Einige Ziegelsteine lagen unbearbeitet auf dem verlassenen Arbeitsplatz, und ein Kübel Mörtel wollte angerichtet werden. Da nahm ich einen der Steine, wog ihn in meinen Händen und blickte unsicher zu den hohen Mauern empor. Nun legte ich ihn doch auf das begonnene Bauwerk, aber da fiel mir ein, daß ich noch etwas vergessen hatte; - das Rühren des Mörtels war schwieriger als ich dachte. Schließlich fühlte ich mich aber der Aufgabe gewachsen, und es dauerte nun nicht lange, da betrachtete ich stolz den gemauerten Ziegel - meinen Ziegel!
Von hoch oben her vernahm ich ein schallendes Lachen.